← zurück zum Blog

6 Min. Lesezeit#mobile apps

React Native und Expo einfach erklärt – für Unternehmer

React Native und Expo erklärt: wie aus einer Codebasis Apps für iOS und Android werden, was OTA-Updates und EAS Build leisten und wann dieser Stack passt.

Mit React Native entwickelt ein Team echte Apps für iOS und Android aus einer gemeinsamen Codebasis in JavaScript/TypeScript. Expo ist das Toolkit darüber, das die mühsamen Teile übernimmt: Builds in der Cloud, Veröffentlichung in den Stores und kleine Updates, ohne auf das Store-Review zu warten. Für die meisten Business-Apps bedeutet diese Kombination: ein Team, eine Codebasis und ein schnellerer Weg in beide Stores.

Was das konkret für Ihr Budget, Ihren Zeitplan und Ihr Produkt heißt – ganz ohne Fachchinesisch.

Was ist React Native?

React Native ist ein Open-Source-Framework von Meta. Entwickler schreiben die App einmal mit React (derselben Bibliothek, auf der viele moderne Websites basieren), und React Native macht daraus auf jeder Plattform native Oberflächenkomponenten. Ein Button in einer React-Native-App ist auf dem iPhone ein echter iOS-Button und auf Android ein echter Android-Button – keine Webseite, die so tut, als wäre sie eine App.

Das ist der entscheidende Unterschied zu „verpackten Websites“: Die App sieht aus, scrollt und fühlt sich an, als gehöre sie auf das Smartphone, und sie kann Kamera, Benachrichtigungen, Standort, Biometrie und andere Gerätefunktionen nutzen.

Meta setzt React Native in Facebook und Instagram ein, und der offizielle Showcase listet Apps von Microsoft (Office, Outlook, Teams), Amazon und Shopify, das alle seine mobilen Apps damit entwickelt. Es ist eine etablierte, gut unterstützte Wahl, kein Experiment.

Was ist Expo?

Expo ist ein Framework samt Services rund um React Native. Die offizielle React-Native-Dokumentation empfiehlt, neue Apps mit einem Framework zu starten – und verweist dabei auf Expo. In der Praxis bietet Expo:

  • Ein fertiges Projekt-Setup – Navigation (Expo Router), Schriften, Icons, Splashscreen und viele Gerätemodule (Kamera, Benachrichtigungen, Standort, Dateisystem und mehr).
  • EAS Build – Cloud-Builds für iOS und Android. Ihr Entwickler muss nicht für jede Plattform eine eigene Build-Maschine pflegen, und iOS-Builds lassen sich sogar ohne Mac erstellen.
  • EAS Submit – lädt die Builds in App Store Connect und die Google Play Console hoch.
  • EAS Update – Over-the-Air-Updates (OTA) für den JavaScript-Teil der App.

EAS steht für Expo Application Services. Es gibt eine kostenlose Stufe und kostenpflichtige Tarife; prüfen Sie die aktuellen Limits auf expo.dev, bevor Sie Ihre Releases darauf ausrichten.

Eine Codebasis: was geteilt wird und was nicht

„Eine Codebasis“ stimmt für den allergrößten Teil einer App, aber nicht zu 100 %. So sieht die ehrliche Aufteilung aus:

Teil der AppZwischen iOS und Android geteilt?
Screens, Geschäftslogik, API-AufrufeJa
Designsystem, NavigationJa, mit kleinen Plattform-Anpassungen
Push-Benachrichtigungen, Kamera, StandortJa, über Expo-Module (Einrichtung je Store unterschiedlich)
Store-Einträge, Icons, ScreenshotsNein – jeder Store hat eigene Anforderungen
TestenNein – getestet wird weiterhin auf beiden Plattformen
Seltene native Funktionen (ungewöhnliche Hardware, neueste OS-APIs)Manchmal ist ein natives Modul nötig

Sie zahlen also nicht doppelt für die App selbst, wohl aber für zwei Testläufe und zwei Store-Auftritte. Das ist in der Regel trotzdem deutlich weniger als zwei getrennte Apps in Swift und Kotlin. Zur Frage „Brauche ich überhaupt eine App?“ lesen Sie PWA oder React-Native-App.

OTA-Updates: Korrekturen ohne Store-Review

Normalerweise durchläuft jede Änderung an einer mobilen App einen neuen Build und ein Store-Review. Mit EAS Update ist das bei vielen Änderungen nicht nötig. Ein Entwickler kann ein Update für JavaScript und Assets veröffentlichen, und Nutzer erhalten es beim nächsten Öffnen der App.

# publish an update to users on the production channel
eas update --channel production --message "Fix checkout button text"

Was OTA-Updates ändern können: Texte, Layouts, Styles, Fehlerbehebungen in der App-Logik, Bilder.

Was sie nicht ändern können: alles Native – neue Berechtigungen, neue native Bibliotheken, das App-Icon, SDK-Upgrades. Dafür braucht es einen neuen Build und einen regulären Store-Release.

Noch eine Regel: Die Store-Richtlinien gelten weiterhin. OTA ist für Korrekturen und Verbesserungen gedacht, nicht dafür, die App in etwas zu verwandeln, das die Reviewer nie gesehen haben. So eingesetzt, spart es enorm viel Zeit – ein Tippfehler im Checkout sollte wirklich nicht auf ein Review warten müssen.

EAS Build und Veröffentlichung Schritt für Schritt

Ein typischer Release-Ablauf mit Expo sieht so aus:

  1. Entwicklung – das Team arbeitet mit Development-Builds auf echten Smartphones.
  2. Preview-Builds – Tester erhalten installierbare Builds (TestFlight auf iOS, interner Test bei Google Play).
  3. Production-Build – eas build erstellt store-fertige Binärdateien für beide Plattformen.
  4. Einreichung – eas submit lädt sie in die Stores hoch.
  5. Review und Release – Apple und Google prüfen die App; nach der Freigabe veröffentlichen Sie.
  6. Updates – kleine JS-Korrekturen über EAS Update, größere Änderungen über neue Builds.

Die Store-Seite (Konten, Review, Screenshots, Datenschutzerklärung) ist ein eigenes Thema – siehe App im App Store und bei Google Play veröffentlichen.

Wann React Native und Expo ideal passen

  • Business- und Service-Apps – Buchungen, Lieferdienste, Kundenbindung, Marktplätze, Kundenportale.
  • Content- und Commerce-Apps – Kataloge, Bestellungen, Benachrichtigungen.
  • MVPs, die in die Stores müssen – ein Team kann beide Plattformen ausliefern, was gut zu einem schlanken MVP-Launch passt.
  • Produkte, die bereits eine React-Website haben – Know-how und manchmal auch Logik lassen sich wiederverwenden.

Wann Sie zweimal überlegen sollten

  • Grafiklastige 3D-Spiele – Game-Engines sind hier meist das bessere Werkzeug.
  • Apps, die auf sehr neuen oder ungewöhnlichen nativen APIs aufbauen – machbar, erfordert aber eventuell eigene native Module und mehr Zeit.
  • Wenn eine Website genügt – eine PWA kann günstiger sein, wenn Sie weder die Stores noch tiefen Gerätezugriff brauchen.

Checkliste vor dem Start eines Expo-Projekts

  • Klare Liste der benötigten Gerätefunktionen (Kamera, Push, Standort, Zahlungen)
  • Entscheidung: iOS, Android oder beide zum Launch
  • Apple- und Google-Entwicklerkonten gehören Ihrem Unternehmen
  • Zugang zum Expo-/EAS-Konto Ihrer Organisation, nicht nur zum privaten Konto des Entwicklers
  • Abgestimmte Update-Strategie: was per OTA geht, was einen Store-Release braucht
  • Analytics und Crash-Reporting vom ersten Tag an eingeplant

FAQ

Ist eine React-Native-App eine „echte“ native App?

Ja. Sie nutzt native UI-Komponenten und wird wie jede andere App über den App Store und Google Play verteilt. Nutzer erkennen den Unterschied in der Regel nicht.

Brauche ich Expo, wenn ich React Native nutze?

Nicht zwingend, aber für die meisten neuen Apps ist es der empfohlene Weg. Expo nimmt viel Einrichtungs- und Wartungsaufwand ab, und bei Bedarf lässt sich trotzdem eigener nativer Code ergänzen.

Können OTA-Updates Store-Releases komplett ersetzen?

Nein. Sie decken Änderungen an JavaScript und Assets ab. Alles, was nativen Code, Berechtigungen oder den Kernzweck der App betrifft, braucht weiterhin einen neuen Build und ein Store-Review.

Lässt sich mit React Native und Expo auch eine Web-Version bauen?

Expo unterstützt das Web als Zielplattform, sodass Teile der App im Browser laufen können. Für eine Marketing-Website oder SEO-starke Seiten ist eine eigene Website aber meist die bessere Wahl.

Sie denken über eine App nach?

Wenn Sie eine App für iOS und Android möchten, ohne zwei getrennte Teams zu bezahlen: React Native mit Expo ist der Stack, den ich für die Entwicklung mobiler Apps einsetze. Öffnen Sie den Projekt-Konfigurator, wählen Sie „Mobile App“ und die gewünschten Funktionen – und Sie erhalten eine Schätzung und einen klaren nächsten Schritt.